#capturingcharacter

Fotografie Sigurd Zepter – Berlin – Helsinki

#capturingcharacter
Selten findet man dieser Tage Portraitfotografen, die sich nicht von der Hektik und der immer neuen Suche nach neuen Trends und Techniken, Photoshop-Filtern, Pixelwahn und immer schnelleren Kameras anstecken lassen. Fotografen, die beharrlich auf Qualität in ihrer Arbeit als Fotograf bzw. Portraitfotograf achten. Selten sind auch die,  die wieder die analoge Fotografie bevorzugen. Die sich wieder mehr auf die Entstehung des Bildes bei der Portraitfotografie konzentrieren. Diejenigen Fotografen, die wieder mit ein oder zwei Rollfilmen – 12-24 Aufnahmen – auskommen, weil sie präzise auf den einen, gelungenen Moment mit dem Portraitieren hinarbeiten. Fotografen, die ihr Gegenüber „lesen“ können und ihren Charakter heraus arbeiten.
Egal ob digital oder analog, Sigurd Zepter macht mit #capturingcharacter die Fotografie wieder zur obersten Maxime, nicht die Technik.

aus: Meister der Kamera erzählen

„Da den meisten Fotografierenden das Handwerkliche sehr stark fehlt, so ist es nicht verwunderlich, daß peinliche Grenzüberschreitungen in der Fotografie besonders häufig vorkommen und ganze Zeiten ihren Stempel tragen. In der Frühzeit der Fotografie {…} gab es Übergriffe in artfremde Gebiete nicht, da sich die Fotografie selbst genügte. Erst später tauchte der Ehrgeiz auf, Fotos herzustellen, die Gemälde, Radierungen oder Lithos vortäuschen sollten. Die Errichtung von Grenzen scheint mir aber heute, wo eine geschäftige Fabrikreklame behauptet, daß fotografisch alles möglich sei, von Bedeutung. {…}“¹

Fotografie Sigurd Zepter   #capturingcharacter

Das was Albert Renger-Patsch in seinen Veröffentlichungen geschrieben hat ist heute aktueller den je. Es spiegelt sich in vielen Feldern der Fotografie wieder, nicht nur in der Portraitfotografie. Kaum gibt es einen neuen Filter für die „Photoshopper“, kann man diesen Effekt nach 3-6 Monaten in sämtlichen Magazinen, Foren und sonstigen Plattformen bewundern. Sich sattsehen an der immer gleichen Bildaussage: „Das Foto ist nicht besonders gut aber der Effekt sieht klasse aus“.
Mit #capturingcharacter will Sigurd Zepter einen anderen Weg gehen. Wieder die Fotografie und den Portraitierten in den Vordergrund rücken. Dabei geht es Sigurd Zepter nicht darum, die moderne Fotografie zu „verteufeln“. Vielmehr geht es darum, mit sigurd zepter #capturingcharacter einen Gegenpol zu setzen zu der Portraitfotografie von heute. #capturingcharacter ist die Reduzierung auf die wesentlichen Merkmale der Portraitfotografie. #capturingcharacter erschafft keine Scheinwelten. #capturingcharacter ist Portraitfotografie pur.

¹ Albert Renger-Patsch: Ohne Titel, erschienen in: Schöppe, Meister der Kamera erzählen, Halle-Saale 1937